Feinstaub

Feinstaub und Partikelfilter

Bei der Verbrennung von Dieselkraftstoff im Motor entsteht zunächst eine im Vergleich zu Benzinern ohne Direkteinspritzung sehr große Menge an Feinstaubpartikeln. Partikel aus Dieselmotoren sind erheblich größer als solche aus Benzindirekteinspritzern. Besonders bei Fahrzeugen mit Abgasnorm Euro 3 oder älter ist oft kein Partikelfilter vorhanden, sodass dieser Feinstaub direkt in die Umwelt gelangt. Für einige Fahrzeuge sind Nachrüst-Filter erhältlich. Diese reduzieren die Menge des ausgestoßenen Feinstaubs um mindestens 30% (gesetzliche Vorgabe), typischerweise um 50%. 

Einige Diesel-PKW ab Euro 4 sowie alle ab Euro 5 verfügen über einen geschlossenen, aktiv regenerierenden Partikelfilter. Bei Euro 4 - Fahrzeugen gibt die Partikelminderungsstufe im Fahrzeugschein Auskunft: Partikelminderungsstufe 4 oder 5 bedeutet, dass ein entsprechender Partikelfilter vorhanden ist. Die gesetzliche Vorgaben verlangen bei diesen Partikelminderungsstufen, dass mindestens 90% der Partikelmasse aus den Abgasen entfernt wird und dass ein Grenzwert von 5 mg/km eingehalten wird (Euro 4 eigentlich: 25 mg/km). Messungen des ADAC zeigen, dass heute Werte von 0,1 mg/km und darunter möglich sind [3], was noch unter den Werten vieler Benziner ohne Direkteinspritzung liegt. Ist allerdings der Partikelfilter voll, müssen die angesammelten Partikel abgebrannt werden. Wenn die dafür nötige Abgastemperatur nicht von selbst erreicht wird, erhöht die Motorsteuerung die Abgastemperatur entsprechend.

Während dieser aktiven Regeneration steigt der Partikelausstoß erheblich an, vor allem die Anzahl der Partikel. Auto-Motor-Sport hat im Zusammenhang mit der Behauptung, moderne Diesel-PKW könnten Stadtluft reinigen, dazu einige Messungen durchgeführt. Dort wurden nicht Partikel pro Kilometer, sondern Partikel pro Kubikzentimeter Abgasluft gemessen. Während der Regeneration wurde dort ein 20x höherer Wert für die Partikelanzahl gemessen [1]. Bei der Angabe solcher Faktoren ist jedoch Vorsicht geboten: Wäre der Partikelausstoß außerhalb der Regenerationsphasen noch niedriger, würde der Faktor zwischen den beiden Situationen steigen, obwohl das Fahrzeug dann besser wäre. Vor allem Fahrzeuge mit besonders niedrigem Partikelausstoß würden hier also einen besonders hohen Faktor zeigen. Transport & Environment hat diesen Effekt ausgenutzt, um in einem besonders reißerischen Artikel einen Faktor von 1000 angeben zu können [2]. Die Deutsche Umwelthilfe hat das Thema nicht aufgegriffen.

Da Diesel-PKW typischerweise nicht nur im Stadtverkehr bewegt werden und die Regeneration bei Autobahnfahrt sehr viel besser funktioniert, ist davon auszugehen, dass sich bei normalem Fahrprofil aktive Regenerationen und der damit verbundene erhöhte Partikelausstoß in Innenstädten oft vermeiden lassen. Der Diesel-PKW als reines Stadtfahrzeug würde jedoch erheblich mehr Feinstaub in Städten freisetzen als solche, die regelmäßig auch außerhalb von Städten gefahren werden. Der Unterschied wäre viel größer, als es die reine Fahrstrecke vermuten lassen würde.

Externe Links

[1] Reinigt der Diesel wirklich die Luft? (Quelle: AMS, abgerufen: 03.04.2020)

[2] New diesel cars’ pollution spikes to dangerous levels yet pass tests via loophole (Quelle: Transport&Environment, abgerufen: 03.04.2020)

[3] ADAC EcoTest VW T-Cross 1.6 TDI SCR Style DSG (7-Gang) (Quelle: ADAC, abgerufen: 03.04.2020)

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