Fake-News: Angeblicher "Diesel-Zoff" wegen Euro 7

Das Hamburger Abendblatt, dass bereits 2002 mit einem besonders frechen Fake-News-Artikel bekannt wurde [3], hat einen Artikel veröffentlicht, in dem der Autor versucht dem Leser einzureden, als hätte die Automobilindustrie nur beim Diesel-Motor behauptet, der derzeitige Entwurf für Euro 7 sei nicht zu schaffen [1]. Es handelt sich um einen Anti-Diesel-Troll-Artikel, da das Hamburger Abendblatt die Einschränkung auf Diesel-Motoren frei erfunden hat bzw. diese dem Leser indirekt einredet, indem nicht über Benziner geredet wird. Dass Leser in dieser Situation die Vorstellung entwickeln, es handele sich um ein Diesel-Thema, wenn Benziner einfach nicht erwähnt werden, ist seit Jahrzehnten bekannt (siehe z.B. Daniel Kahnemann, "Schnelles Denken, langsames Denken") und wird üblicherweise absichtlich herbeigeführt. Damit es nicht zu Missverständnissen kommt: Diese Strategie ist weit verbreitet und keinesfalls typisch nur für Anti-Diesel-Trolle.

Wer sich jedoch Stellungnahmen der Automobilindustrie zu diesem Vorschlag für die Euro 7 - Norm anschaut, stellt fest, dass dort davon die Rede ist "den Verbrennungsmotor durch die Hintertür zu verbieten". Tatsächlich haben sehr viele Anti-Diesel-Trolle, die über die Vorschläge zur Euro 7-Norm schreiben, "vergessen" zu erwähnen, dass auch der Kohlenmonoxid-Grenzwert stark verringert werden soll (löbliches Gegenbeispiel unter [2]), und zwar auf ein Maß, das für derzeitige Benziner nicht erreichbar ist, vor allem, wenn auch die Testlänge wie vorgesehen verkürzt werden soll, weil Benziner beim Kaltstart für eine sehr kurze Phase sehr hohe Kohlenmonoxid-Emissionen zeigen. Bei der derzeit mit Euro 6 verwendeten Testlänge spielt dies keine Rolle, da die Teststrecke lang genug ist, um die schmutzige Kaltstartphase auszugleichen. Eine Verkürzung der Teststrecke erhöht aber indirekt das Gewicht der Kaltstartphase.

Tatsache ist: Die Euro 7-Norm wird es notwendig machen, Verbrennungsmotoren weiter zu verbessern. Dazu werden Investitionen nötig sein. Insbesondere auch bei Benzinern. Man darf auch nicht vergessen, dass der Vorschlag absichtlich überzogen ist, damit er nach dem Aufweichen durch die Automobilindustrie immer noch eine Verschärfung gegenüber Euro 6 darstellt. Lobbyisten werden Millionen Euro dafür bekommen, einen Kompromiss auszuarbeiten, auf den sich beide Seiten auch einfach so hätten einigen können, ohne Millionen Euro für Lobbyisten auszugeben. Dann wäre es nur etwas weniger spektakulär gewesen.

Externe Links

[1] Diesel-Zoff: Pläne für neue Grenzwerte entzweien Autolobby (Quelle: Hamburger Abendblatt, abgerufen: 25.02.2021)

[2] Droht durch die neue Euro-7-Abgasnorm das Aus für Benziner und Diesel? (Quelle: Autobild, abgerufen: 25.02.2021)

[3] Counter-Strike: Ein »Killerspiel«? - Counter-Strike und die Verbotsdebatte (Quelle: Gamestar, abgerufen: 25.02.2021)

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